Wanderer im Regen

9 Tipps zum Wandern im Regen

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Zuletzt aktualisiert am 22. April 2021 von Marc

Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Mit dieser Einstellung macht das Wandern selbst bei Regen Spaß. In diesem Artikel erfährst du, worauf du bei der Auswahl deiner Wanderkleidung achten musst, um das obige Sprichwort wahr werden zu lassen.

1. Nutze das Zwiebelprinzip

Es empfiehlt sich, beim Wandern grundsätzlich mehrere Lagen Kleidung zu tragen. Bei langen und anstrengenden Wanderungen kann es schnell zu einer Überhitzung kommen. In diesem Fall ist es gut, wenn du einzelne Kleidungsschichten ausziehen kannst. Bei längeren Pausen kühlt dein Körper dagegen schnell wieder aus, so dass du die zuvor ausgezogenen Schichten wieder anziehen kannst, um nicht zu frieren.

Welche Kleidungsschichten eignen sich für Regenwanderungen?

im Sommer:

  • ein leichtes Funktions-T-Shirt
  • eine Wanderhose aus schnell trocknendem Material (Synthetik). Ich persönlich bevorzuge – nicht zuletzt aus Angst vor Zecken – auch im Sommer lange Wanderhosen, aber das ist natürlich Geschmacksache.
  • eine dünne und leichte Regenjacke
  • eine leichte Regenhose für starken und langandauernden Regen
  • eine Schirmmütze (Basecap), um deine Augen vor Regen zu schützen. Brillenträger wissen das zu schätzen 🤓
  • wasserdichte Wanderschuhe (eventuell Gamaschen)

im Frühling, Herbst und Winter:

  • eine wasserabweisende, schnelltrocknende Wanderhose
  • lange Funktionsunterwäsche (im Winter)
  • eine wasserdichte, atmungsaktive Funktionsjacke (Hard Shell)
  • eine Regenhose
  • eine Schirmmütze (Basecap) oder eine warme Mütze (je nach Temperatur)
  • ein Fleece-Pullover oder eine Fleece-Jacke als mittlere Schicht
  • Handschuhe (je nach Wetterlage)
  • wasserdichte Wanderschuhe (eventuell Gamaschen)

2. Achte auf die richtigen Materialien deiner Kleidung

Vermeide beim Wandern grundsätzlich Kleidung aus Baumwolle. Baumwolle leitet Feuchtigkeit nicht weiter, sondern saugt sich voll und trocknet sehr langsam. Dieses Verhalten ist sowohl bei Schweißbildung als auch bei Regen schlecht. Wähle stattdessen Kleidung aus synthetischen Materialien, wie Nylon oder Polyester, sogenannte Funktionsmaterialien. Funktionskleidung ist schnell trocknend und leitet Feuchtigkeit von der Haute weg nach außen. Mittlerweile ist Funktionskleidung auch bezahlbar geworden. Und selbst, wenn sie etwas teurer ist, wird das durch ihre Funktion und Langlebigkeit locker wieder ausgeglichen.
Nicht nur in der kalten Jahreszeit sehr zu empfehlen sind Naturfasern wie Wolle. Wolle hält dich und deine Füße selbst im nassen Zustand warm. Zudem ist Wolle von Natur aus antimikrobiell für minimale Geruchsbildung. Vor allem Merinowolle hat diesbezüglich hervorragende Eigenschaften.

3. Wähle die richtigen Wanderschuhe aus

Für Wanderungen im Regen wähle möglichst wasserdichte und hohe Wanderschuhe aus. Sie halten am besten warm und trocken. In der kalten Jahreszeit solltest du Wollsocken unter deinen Schuhen tragen. Wollsocken haben den großen Vorteil, dass sie deine Füße auch noch warm halten, wenn sie nass geworden sind. Weitere Infos über Wanderschuhe findest du auch im Artikel „Wanderschuhe – welche sind die Richtigen?

4. Spare nicht an den Socken

Ich habe lange Zeit nicht geglaubt, was es für einen Unterschied macht, Wandersocken anstatt normaler Socken zu tragen – bis ich zum ersten Mal mit hochwertigen Wandersocken gewandert bin 🧦. Mit richtig guten Wandersocken aus Synthetik oder Wolle bleiben deine Füße trockener und wärmer, als mit herkömmlichen Baumwollsocken. Wolle und Synthetik leiten den Fußschweiß von innen nach außen weiter. Baumwollsocken dagegen nehmen den Fußschweiß auf, werden feucht, führen zum Aufweichen der Haut und letztendlich zu Blasen an den Füßen. Wollsocken halten deine Füße selbst dann noch warm, wenn sie feucht sind.

5. Mach deinen Rucksack wasserdicht

Die meisten Rucksäcke sind nicht wasserdicht. Wenn du längere Zeit durch den Regen wanderst, werden deine Sachen im Rucksack irgendwann nass. Daher musst du nicht nur dich selbst, sondern auch deinen Rucksack vor dem Regen schützen. Im Fachhandel gibt es Regenhüllen für Rucksäcke in verschiedenen Größen. Bei einigen Rucksackmodellen, ist bereits eine Regenhülle enthalten. Wichtige und/oder wasserempfindliche Gegenstände, die du im Rucksack mit dir führst, solltest du alternativ oder zusätzlich zum Beispiel in Plastikbeutel legen, um sie vor Nässe zu schützen.
Es gibt auch wasserdichte Rucksäcke, die auch ohne Regenhülle keine Feuchtigkeit durchlassen. Wasserdichte Rucksäcke werden mittlerweile von mehreren Herstellern angeboten, einer der bekanntesten ist Ortlieb.

6. Halte deinen Regenschutz schnell zugänglich

Wenn dunkle Regenwolken bedrohlich am Himmel aufziehen, ist es wichtig, dass du schnell an deine Regensachen kommst. Wenn du auf einer Wanderung mit Regen rechnest, packe deinen Rucksack so, dass deine Regenbekleidung ganz oben liegt, damit du im Bedarfsfall schnell darauf zugreifen kannst, ohne lange suchen zu müssen.

7. Nutze jede Gelegenheit zum Trocknen

Hat der Regen aufgehört und die Sonne lässt sich wieder am Himmel blicken, nutze diese Gelegenheit, um deine nass gewordenen Sachen zu trocknen. Zum Glück trocknen die meisten Outdoor-Kleidungsstücke und -Ausrüstungen schnell. Mache eine Pause und setze die feuchten Sachen dem direkten Sonnenlicht aus. Selbst ein paar Minuten können hier schon sehr helfen. Sollten deine Füße auch nass geworden sein, ist es sinnvoll, sie in der Sonne zu trocknen, um Blasen zu vermeiden.

8. Nimm einen Regenschirm mit

Ein Regenschirm ist auch auf Wanderungen ein optimaler Regenschutz. Einen klein zusammenschiebbaren Knirps habe ich immer im Rucksack. Er nimmt nicht viel Platz weg und hat mir schon oft auf regenreichen Wanderungen gute Dienste geleistet. Nur bei starkem Wind ist der Einsatz eines Regenschirms problematisch. Nichtsdestotrotz kann ein Regenschirm keine Regenkleidung ersetzen. Er macht das Wandern im Regen aber um einiges angenehmer ☔.

9. Habe eine positive Einstellung

Wandern im Dauerregen kann schon zermürbend sein und auf deine Stimmung drücken. Auch wenn du dich zeitweilig etwas unwohl fühlst, nimm es mit Humor und denke immer daran, dass du nicht aus Zucker bist und es nur Wasser ist! Genieße die Natur und fühl dich frei! Zu Hause wartet eine Badewanne und ein gemütliches Bett auf dich!

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