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Wanderschuhe – welche sind die richtigen?

Einteilung in Kategorien nach A. Meindl

Der Name Meindl ist in der Schuhbranche und insbesondere im Bereich Wanderschuhe ein Begriff. Bereits in den siebziger Jahren hat Alfons Meindl Wanderschuhe in Kategorien eingeordnet. Die Kategorien gehen von A bis D:

  • Kategorie A: leichte Wanderschuhe
  • Kategorie A/B: hohe Wanderschuhe
  • Kategorie B: klassischer Trekkingstiefel
  • Kategorie B/C: schwerer Trekkingstiefel
  • Kategorie C: Bergstiefel (Hochgebirgsschuh)
  • Kategorie D: Expeditionsstiefel (ultimativer Hochgebirgsschuh)

Da dies ein Wanderblog ist, interessieren uns vor allem die Kategorien A bis B, die im Folgenden näher betrachtet werden.

Leichte Wanderschuhe (Kategorie A)

Bild: Lowa

Leichte Wanderschuhe (Kategorie A) gibt es in großer Auswahl und in den unterschiedlichsten Materialien und Farben. Da sie nicht nur zum Wandern sehr beliebt sind, sondern auch im Alltag gerne getragen werden, ist die Nachfrage und damit das Angebot groß. In der Regel handelt es sich beim leichten Wanderschuh um Halbschuhe. Es gibt sie aber gelegentlich auch in der etwas höheren (über die Knöchel gehenden) Version. Die Sohle ist weich und flexibel. Leichte Wanderschuhe der Kategorie A eignen sich gut für Wanderungen ohne größere Höhendifferenzen auf gut befestigten Wegen im Wald oder auf Feldwegen.

Wenn du auch bei Regen oder nassem Untergrund trockene Füße behalten willst, empfehle ich die unbedingt die wasserdichte Ausführung. Ob ein wasserdicht ist, erkennst du an der Bezeichnung „GTX“, „Gore-Tex“ oder einfach „wasserdicht“. Sonst handelt es sich lediglich um einen wasserabweisenden Schuh, der Feuchtigkeit zwar eine kurze Zeit widersteht, aber dann doch nach und nach durchnässt.

Wasserdichte Wanderschuhe enthalten eine mehr oder weniger atmungsaktive Membran, die keine Feuchtigkeit nach innen lässt, aber den entstehenden Fußschweiß durch Poren nach außen diffundieren lässt. So bleiben deine Füße auch bei Regen oder im nassen Gras trocken, ohne dass du Schweißfüße bekommst.

Neue Wanderschuhe sind im Normalfall zusätzlich von außen mit einem Imprägniermittel behandelt. So bleibt auch der äußere Teil des Schuhs längere Zeit trocken. Die Imprägnierung lässt im Laufe der Zeit etwas nach und sollte regelmäßig erneuert werden. Hierzu gibt es im Fachhandel verschiedene Imprägniermittel, meist als Spraydose.
Der Schutz vor eindringender Feuchtigkeit lässt sich auch bei nur wasserabweisenden Schuhen (ohne Membran) durch regelmäßige Imprägnierung erhöhen.

Hohe Wanderschuhe (Kategorie A/B)

Trekkingstiefel Damen
Bild: Meindl

Hohe Wanderschuhe der Kategorie A/B haben einen hohen, über die Knöchel gehenden Schaft. Ihre Sohle ist ebenfalls nicht torsionssteif, aber deutlich härter und dicker, als bei Wanderschuhen der Kategorie A. Sie eignen sich gut für Wanderungen im Flachland, Mittelgebirge oder in den Voralpen mit leichtem Gepäck. Wanderschuhe der Kategorie A/B bedeuten sicheren Halt auch auf unbefestigten Wegen und im steilen Gelände. Wanderschuhe dieser Kategorie gibt es natürlich ebenfalls in wasserdichter oder wasserabweisender Ausführung.

Klassischer Trekkingstiefel (Kategorie B)

trekkingstiefel
Bild: Salewa

Der klassische Trekkingstiefel (Kategorie B) hat eine harte, torsionssteife Sohle und einen stabilen hohen Schaft. Somit verfügt er über eine gute Stützfunktion. Für eine besonders gute Dämpfung sorgt zudem eine zusätzlich integrierte Zwischensohle. Klassische Trekkingstiefel sind perfekt für leichte mehrtägige Trekkingtouren mit normalem Gepäck auch in unwegsamem und steilem Gelände im Mittelgebirge. Trekkingstiefel solltest du in wasserdichter Ausführung oder aus Leder wählen.

Schwerer Trekkingstiefel (Kategorie B/C)

Bild: Scarpa

Die heutigen Hi-Tec Modelle kann man nicht mehr wirklich „schwer“ nennen, aber die Bezeichnung für die Kategorie B/C ist geblieben. Der Trekkingstiefel der Kategorie B/C hat einen hohen, steifen Schaft und eine noch härtere und torsionssteifere Sohle als der klassische Trekkingstiefel (Kategorie B). Somit eignen sich Trekkingstiefel der Kategorie B/C gut für anspruchsvolle Trekkingtouren mit Gepäck, für harte Wanderungen im Mittel- und Hochgebirge und für Klettersteige. Selbst in unbefestigtem und steilem Gelände über 3000m geben diese Stiefel einen guten Halt. Ihre steife Sohle mit tiefem Profil und die sehr hohe Schnürung am Schaft gewähren die erforderliche Stabilität und Stützfunktion. Trekkingstiefel solltest du in wasserdichter (GTX) Ausführung oder aus Leder wählen.

Hochgebirgsschuh (Bergstiefel) (Kategorie C)

Bild: AKU

Der Hochgebirgsschuh, auch Bergstiefel genannt, hat einen sehr hohen, festen Schaft und eine harte und biegesteife Sohle. Er ist gut geeignet für anspruchsvolle Trekking-, Hochgebirgs- und Gletschertouren (auch mit Steigeisen). Selbst in unwegsamem Gelände und Geröll geben diese Stiefel guten Halt. Hochgebirgsschuhe sind wasserdicht.

ultimativer Hochgebirgsschuh (Expeditionsstiefel) (Kategorie D)

ultimativer Hochgebirgsschuh
Bild: Meindl

Der ultimative Hochgebirgsschuh, auch Expeditionsstiefel genannt, hat einen herausnehmbaren, isolierten Innenschuh und eignet sich gut für wegloses Gelände, Gletscher, Eistouren und Eisklettern. Expeditionsstiefel sind ein zuverlässiger Begleiter im Hochgebirge und steigeisenfest.

Wie finde ich MEINE Wanderschuhe?

Tipp: Probiere neue Schuhe nach Möglichkeit am Nachmittag oder Abend an – und mit Wandersocken! Füße schwellen während des Tages an, besonders im Sommer. Falls es dir nicht möglich ist, die Schuhe nachmittags anzuprobieren, dann lauf am besten vorher ein kleine Strecke, damit deine Füße etwas geschwollen sind bei der Anprobe.

Der beste Wanderschuh ist gerade der richtige. Beim Wandern geht es schließlich um deine Füße, und die solltest du gut behandeln. So findest du DEINE Wanderschuhe:

Welche Art von Wanderungen planst du? Sind es ebene und weitgehend befestigte Wege, auf denen du gehen wirst? Oder planst du eine Wanderung in den Bergen? Handelt es sich eher um kurze Tageswanderungen oder um mehrtägige Trekkingtouren? Führt dich deine Tour durch trockene Gegenden oder in wasserreiche? Die oben beschriebenen Kategorien spiegeln die Wirklichkeit sehr gut wider. Aus diesem Grund sind sie mittlerweile zum Standard in der Branche geworden.

Wenn du keine längere Trekkingtour oder eine Wanderung im Hochgebirge planst, sondern lediglich leicht- bis mittelschwere Wanderungen im Flachland oder im Mittelgebirge, dann finden sich deine Wanderschuhe in den Kategorien A und A/B.

Wenn du gerade mit dem Wandern anfängst, empfehle ich dir, mit einem leichten, wasserdichten (GTX) Wanderschuh (Kategorie A) zu beginnen. Wasserdichte Schuhe sind zwar nochmal um einiges teurer, als Wanderschuhe, die nur wasserabweisend sind. Aber auch diese Mehrausgabe lohnt sich! Spätestens, wenn deine Füße auf einer Wanderung anfangen feucht zu werden, wirst du dich ärgern, nicht ein paar Euro mehr investiert zu haben. So ging es mir zumindest am Anfang 😉 Und was gibt es Unangenehmeres, als mit durchnässten Füßen noch mehrere Kilometer weiter wandern zu müssen?

Oder willst du lieber gleich mit einer mittelschweren Wanderung auf nicht durchgehend befestigten Wegen und größeren Steigungen starten? Dann ist ein hoher Wanderschuh (Kategorie A/B) das Richtige für dich. Auch hier empfehle ich unbedingt, dich für die wasserdichte Version zu entscheiden.

Wie bereits am Anfang erwähnt, eignen sich leichte Wanderschuhe der Kategorie A auch hervorragend im Alltag. Da ich früher immer Probleme mit „normalen“ Lederschuhen hatte, bin ich schon vor vielen Jahren auf leichte Wanderschuhe im Alltag und Büro umgestiegen. Seitdem hatte ich keine Probleme mehr mit Blasen oder Druckstellen an den Füßen. Wanderschuhe sind zwar um einiges teurer, als normale Lederschuhe, aber die Investition lohnt sich und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Tipp: Lies auch den Artikel über Winter-Wanderschuhe

Viel Erfolg beim Finden DEINER Wanderschuhe!


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Kommentare

Anke 11. April 2021 um 11:10

Schade, dass die Erklärung nach B nicht mehr weitergeht. Dass ein B/C Stiefel schwer ist, stimmt heutzutage nicht mehr. Es gibt viele Hightechstiefel in den B/C und C Klassen, die im Verhältnis sehr leicht sind.

Antworten

Marc 11. April 2021 um 12:35

Hallo Anke,
danke für den Hinweis. Ich habe die nicht beschriebenen Kategorien der Vollständigkeit halber ergänzt.

Viele Grüße
Marc

Antworten

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