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Harzer Teufelsmauer

Zuletzt aktualisiert am 12. Mai 2022 von Marc

Harzer Teufelsmauer, wie sich der Teufel wieder einmal irrte, Wildkatzen-Wanderstrecke!

Harzer Teufelsmauer, was ist das? Warum der Teufel, laut Sage, wegen einer Wette eine riesige Felsformation zu bauen begann. Und warum er kurz vor Beendigung einen Wutanfall bekam und in der Mitte draufhieb, was heute noch sichtbar ist? Und wie es ist, dieses Gebiet mit seinen hohen Sandsteinfelsen zu bewandern, das erfährst du hier!

Wieder eine vergebliche Aktion des Teufels im Streben nach Macht

Manchmal schließen sich Forschung und Sage nicht aus, sondern ergänzen sich. Wie es hier wohl gewesen ist, das darf jeder für sich selbst entscheiden!

Fakt ist, der sagenumwobene Name „Teufelsmauer“ blieb an der riesigen Felsformation aus hartem Sandstein kleben. Sie entstand schon vor ungefähr 85 Millionen Jahren in der Dinosaurierzeit, auch obere Kreidezeit genannt. Damals war das Gebiet noch eine Meeres-Ablagerung.

Erst später, zum Ende der Kreidezeit und Tertiär, kam es zu einer erstaunlich steilen Anhebung des heutigen Landkreises Harz aus dem Meer. Eindringende Kieselsäure verhärtete den Sandstein, der sich mit Ton-Kalk-Schichten und Kalkstein abwechselt. Der Wind verwehte weiche, lockere Bestandteile, während Flüsse, wie Bode, Gletscher und menschliche Steinbrecher Lücken in die restliche, harte Mauer rissen.

Zurück blieb die auffällige Schichtrippenlandschaft in der Ebene vor dem Harzer Gebirge. Der 20 Kilometer lange Bergrücken hat oben markante Felsen mit recht originellen Namen. Die Bergzinnen ähneln tatsächlich sehr Mauerstücken oder Zacken einer Krone. Neben diesen Felsen sieht ein Mensch winzig klein aus.

Foto: Anne Zwickermann, Unsplash

Die Sage lautet so: Der Teufel sei in seinem verblendeten Machtstreben so weit gegangen, mit Gott zu schachern. Um nicht weniger als die Macht auf Erden! Könne er in einer einzigen Nacht das Mauerbollwerk vom Harz zum Harzvorland errichten, so das Entgegenkommen, erhalte er die Hälfte aller Landflächen. Also rackerte sich der Teufel hoffnungsvoll ab. Ob es ihm wohl gelänge?

Aber natürlich konnte er unmöglich gegen Gott gewinnen. Das hätte ihm vorher klar sein müssen! Als er fast fertig war, ging auf dem Weg gerade eine alte Frau mit ihrem Hahn im Korb vorbei. Sie wollte frühzeitig auf dem Markt ankommen. Gott ließ die Frau, als sie die unbekannte Mauer sah, erschrecken, so dass sie stolperte. Der durchgerüttelte Hahn krähte. Darauf habe der Teufel, rasend vor Wut über die abgelaufene Frist, auf die Mitte der Mauer eingeschlagen und Mauerteile umgeworfen. Zurück blieben Trümmer, Teile und das in der Mitte zerhiebene Fundament. Dieser gewaltige Spalt ist heute als „Sautrog“ bekannt und zieht viele Touristen an.

Wandern mit Kindern an der Harzer Teufelsmauer

Kindern das Wandern schmackhaft zu machen ist im Harz ganz einfach. Und vor allem auf dem Kammweg! Du kannst bei einer Touristen-Info oder im Servicebüro von Blankenburg ein Stempelheft holen. An drei Stellen als Wanderziele können sie sich dann beim Wandern am Stempelkasten selbst ihre Leistung ins Heft abstempeln. Wer 11 Punkte hat ist Harzer Wanderprinz, oder Harzer Wanderprinzessin! Die drei Stempelstationen der Harzer Wandernadel sind Nr. 76 Großvaterfelsen, 74. Hamburger Wappen, Nr. 188 Königstein.

Bei Kinder von drei bis zehn Jahren, auch Schulklassen, finden die spannenden Strecken mit Natur satt und Kraxeln im Gelände großen Anklang.

Es gibt viel Abwechslung und schmale Pfade zwischen knorrigen Bäumen und Felsen, bedeckt mit weicher Erde, Laub, Nadeln oder Sand. Oder aber glatte, harte Felsbrocken zum Darüberrennen und Hochklettern. Es riecht nach Wald, Kiefern und Natur. Geländer an Treppenaufstiegen beruhigen die Eltern.

Öde hat keine Chance im Naturpark Harz! Vor allem nicht mit dem Kammweg als fulminantem Start! Unbedingt viel zu Trinken und Vesper im Rucksack mitnehmen!

Wandern auf dem Harzer Teufelsmauerstieg

Der mittelschwere Teufelsmauerstieg ist, je nach Strecke 26 bis 35 Kilometer lang. Er liegt im Harzvorland und komplett im Naturschutzgebiet.

Als Tagesausflug kannst du auf diesem Rundweg in sechs bis acht Stunden abenteuerliche, ausgeschilderte Wanderwege und sämtliche Felsen der Harzer Teufelsmauer erkunden. Es sind sehr erlebnisreiche Naturpfade, die oft Adrenalin hochjagen, dann wieder schönste Entspannung bieten.

Es gibt dort seltene Pflanzen und Tiere. So faszinieren lila Bergnelken, Blauschwingel, blauer Feldenzian, zitrusgelber Felsen-Goldstern, Mondraute, rosa Katzenpfötchen und Nordische Krustenflechte. Es sind auch Magerrasen, Löss und Zwergstrauchheiden zu bewundern. Am Himmel ziehen Turmfalken, Rotmilan und Wespenbussard ihre Kreise. Im Gebüsch des Selketals schleichen europäische Wildkatzen herum, zum Beispiel bei Quedlinburg, Thale und Ballenstedt.

An vielen Stellen sind Einstiege zum Teufelsmauerstieg. So auch in Quedlinburg, wo der Bio-Bauernhof Marienhof mit Hofladen, Café, Bäckerei, Streichelzoo und Spielzone lockt, sowie ein Schlossmuseum.

Harzer Teufelsmauer: von Blankenburg nach Ballenstedt

Besonders beliebt ist die Strecke von Blankenburg ganz im Westen der Harzer Teufelsmauer bis Ballenstedt in ihrem Osten. Diese Route entlang der Teufelsmauer bietet folgende Streckenabschnitte:

Von Blankenburg zum Hamburger Wappen bei Timmenrode ist es auf circa sieben Kilometern wunderschön zu wandern. Das dauert zwei bis fünf Stunden. Je nachdem, ob du stramm marschierst oder Verschnaufpausen wegen Kindern oder Senioren einlegst!

Laufe dazu vom Parkplatz „Schnappelberg“ in Blankenburg zur Straße „Heidelberg“ mit schicken Villen. Unter dem urigen Holzschild „Teufelsmauer“ hindurch, bist du auf dem trockenen Waldweg mit Kiefernduft. In Serpentinen spazierst du steil bergauf.

Kinder freuen sich über Stempelkasten Nummer 76 an der Infotafel beim Gasthaus Großvater. Hier können sie sich die Tour in ihren Wanderpass der Harzer Wandernadel einstempeln. Etwas weiter kommst du am Großmutter-, dann Großvaterfelsen an.

Den Großvaterfelsen kannst du besteigen. Wage dich die Vergangenheit atmende, ausgetretene Steintreppen mit Geländer hoch zur Plattform. Welch tolle Aussicht übers Städtchen Blankenburg mit seinen zwei Schlössern! Der Felsen ist mit 322 Metern höchster Punkt der Teufelsmauer. Für kleine Kinder unbedingt Seifenblasen mitnehmen!

Von nun aus kannst du wählen, wie es die verbleibenden drei Kilometer zum Hamburger Wappen weitergehen soll. Entweder den leichten südlichen Hangweg, unterhalb des Kammes. Er ist auch mit Kinderwagen bequem zu begehen. Oder den nördlichen Hangweg.

Am besten ist natürlich die Kammweg-Challenge! Das Sandstein-Abenteuer ist als schwierig eingestuft, für Kinder aber eine wahre Jubelparty! Zum Kammweg geht es zunächst über eine kleine, knuffige Treppe mit Geländer nach oben.

Weitflächig können Kinder nun eine ganze Stunde lang über kleine und große Gesteinsbrocken und Steinflächen rennen, springen und klettern. Viele kleine Wege führen durchs weitläufige Gebiet, hinauf und hinab wechseln sich ab. Metallstangen sind an schwierigen Wegstücken zum Festhalten angebracht. Auch Hunde lieben die Strecke, müssen aber an die Leine. Eine lange Schleppleine ist vorteilhaft!

Ausstiege finden und Päuschen einlegen ist überall einfach. Zum Vespern kannst du gemütlich auf glatten Steinen sitzen. Immer wieder bieten sich auch neue Aussichten, wie auf den Brocken, oder Kletterfelsen aus Sandstein an.

Auf halber Strecke zum Hamburger Wappen erreicht ihr den von Bäumen bewachsenen „Sautrog„. Das ist der berühmte Einschnitt mitten in der Harzer Teufelsmauer und Ende des Kammwegs.

Im Mittelalter verlief hier eine wichtige Handelsstraße. Der Wachposten „Heidelbergwarte“ schützte sie und damalige Grubenhäuser. Nahebei ist ein mächtiger, überhängender Felsen namens „Gewittergrotte“ und eine Schutzhütte.

Unweit davon macht Hinabklettern in den „Fuchsbau“ Spaß. Eine Wendeltreppe abwärts, dann ein enger Gang, führen in eine kleine, künstlich erschaffene Ausbuchtung. Es ist ein guter Rastposten bei Regen, mit Sitzbank und Fenster zum Wald.

Arbeitslose in der Hitlerzeit erschufen ihn als „Notstandsarbeit“. Das Plateau der Kuxburg, oder Kuckucksburg, ist etwas schwierig zu finden, am besten vom Timmenroder Friedhof aus. Noch ein Kilometer bis zum Hamburger Wappen!

Den Kammweg „über die Mauer“ ließ Bürgermeister Carl Löbbecke 1853 anlegen, weshalb er auch „Löbbeckesteig“ heißt. Mit Kinderwägen ist er allerdings nicht befahrbar. Es sind einfach zu viele gewundene Pfade durch schmale Felsspalten, über Felsen, Wurzeln und Steine, die teilweise wie Treppen auf dem Weg liegen.

Weiter marschierst du dann ganz entspannt den schönen Weg entlang durch Buchen- und Kiefernwald. Er führt an Steinformationen wie „Hohe Sonne“ und „Ludwigsfelsen“ vorbei.

Schließlich erreicht ihr das weithin sichtbare „Hamburger Wappen„. Das sind drei 90 Meter aufragende Felsfinger aus Sandstein bei Timmenrode. Ihre Namen, von rechts nach links: „Spitzer“, „Kessel“ und „Kleiner“. Auch das Hamburger Landeswappen zieren drei Türme, daher der liebevolle Beiname.

Genau genommen ist der felsige Unterbau 50 Meter hoch, die drei Zinnen selbst weitere 40 Meter. Von oben hast du einen tollen Überblick aufs ebene, grüne Land darunter.

Harzer Teufelsstieg - Hamburger Wappen
Foto: Oliver Henze, Flickr

Kinder können dort herumklettern. Sie freuen sich auch über Höhlen im Fels namens Kuhställe, Rittertreppe und Teufelsloch. Ganz früher lebten Neandertaler im Harz, das kann man sich beim Picknick auf dem Vorplatz gut vorstellen.

Wer will, nimmt von hier in wenigen Minuten, leicht bergab, den Waldweg zum kostenfreien Parkplatz in Timmenrode.

Oder weiterwandern, ganz gemächlich und sonnig an der Bode entlang, vorbei an Äckern, Gärtchen und Wiesen mit Obstbäumen. So gelangst du, auf ebener Strecke, nach Thale. Besichtige dort das Karolinger-Kloster Wendhusen von 825 mit Museum. Oder, grusel-grusel, den alten, vorgeblichen Hexentanzplatz als Treffpunkt der Walpurgisnacht. Er inspirierte Goethe, den „Faust“ zu schreiben!

Auch ein DDR-Museum und Hüttenmuseum zur Eisenverhüttung kannst du besichtigen. Für die damaligen Schmelzöfen pflanzte man schnellwachsende Fichten und Tannen, statt früheren Buchen und Eichen.

Dann stracks weiter Richtung Thaler Ortsteil Warnstedt. Für viele beginnt nun die schönste Strecke des Harzer Teufelsstieg, der zwei Kilometer lange Rundweg entlang Papensteinen, Mittelsteinen und Königstein.

Verblüffend, wie die drei Felsen gut sichtbar über dem flachen Land auftauchen. Schon Goethe empfand die markante Szene 1784 als „so merkwürdig schön“. An die Anwesenheit Goethes erinnert auch sein ehemaliger Rastplatz, heute als „Goethestein“ berühmt, und der Goethefelsen, am Fluss Bode.

Etwas bergauf geht’s zu den Papensteinen und der Windmühle „Teufelsmühle“. Abwärts, zwischen Weddersleben und Neinstedt, zieht es dich, Kirschbäumen entlang, zu den Mittelsteinen, dem Schweinskopf und zum spektakulären, steil aufragenden Königstein.

Der 500 Meter lange, hohe Königstein hieß ursprünglich „Kehnstein“, Verkündigungsstein. Seine Felsen sind Westturm, Adlerfelsen und Lange Wand. Klettere die Stufen hinauf. Der Blick von oben zeigt Weddersleben und die Wälder des Harzrands und Harzvorlandes. Auf dem Halbtrockenrasen am Fuße des Königsteins wachsen Enzian, Feld-Thymian, Königskerze und Karthäusernelken.

Beim Kehnstein ist auch ein praktischer Einstieg, falls du die Strecke abkürzen willst. Hier ist die Mitte des Teufelsmauerstieges glücklich erreicht!

In Weddersleben selbst ist eine Papiermühle samt Papiermuseum, ein Kloster und Einstieg zum Teufelsmauerstieg.

Dann kommst du, über die Bodebrücke, zum Thaler Ortsteil Neinstedt. Unweit sind Flurstücke mit den witzigen Namen „Pflaumenloch“ und „Schlangenecke“. Treppen führen bergauf, im Frühjahr blühen die Bäume. Wer zurück nach Blankenburg laufen will, erreicht es auf leichter Strecke, in 13,7 Kilometern und vier Stunden.

Du kannst aber auch an Bad Suderode und Gernrode vorbei auf dem Schotterweg zum „Dicken Stein“ in Rieder wandern. Durchs Naturschutzgebiet „Schiersteine“ gelangst du in Ballenstedt zum begehbaren „Großen Gegenstein“ mit Blick auf den Brocken.

Auf beweideten Flächen blühen Feld-Mannstreu, Golddistel und Zypressen-Wolfsmilch. Beim Weg am „Kleinen Gegenstein“ sprießen Besenheide und Habichtskraut. Am Schlossplatz von Ballenstedt gibt es praktische, kostenlose Parkplätze.

Wieder zurück in Blankenburg mit seinen Fachwerkhäusern sind gleich zwei prachtvolle Schlösser einen Abstecher wert. 1688 fand im „Großen Schloss“ das erste Lebendschach-Turnier statt. Die Stadt darunter entstand erst nach dem Schloss, sie wurde die größte der Region! Auch das „Kleine Schloß“ mit Barockpark und Museum ist ein reizvolles Ausflugsziel, oder Kloster Michaelstein der Zisterzienser mit Fischteichen und Klostergärten sowie das bombastische Hotel „Villa Victoria Luise“.

Sogar bei Berliner Wanderfreunden ist die Harzer Teufelsmauer als Wandergebiet sehr gefragt, die Anfahrt ist einfach. Prima ist nämlich, es ist dort ruhig zu Wandern, nicht überlaufen wie der Brocken. Du kannst viel Sonne genießen, in herrlicher Natur herumklettern und den Blick von oben über Harzer Berge und das Harzvorland genießen.


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